gesundes Zusammenlebens von Mensch und Natur

Juni, Juli und August 2018

 

 

Sommer, Hitze, Trockenheit, Setzlinge, Pikieren, Auspflanzen, Schnecken, viele viele Schnecken, Weidenhäuser, Parasiten, Baden in der Sense, Sommerfest, Blumen, Samen, Mulchen, lange helle Tage, Schafe, allerhand Schafe, Tod, Freiraum, Konflikte, Gespräche, Hot Seat, Auszeit, füdliblutti Ching, viel zu schnell vorbei, Hanspeter und sein Bagger, Mähen mit der Sense, Brennnesseln, Dornen, Milan Mäusebussard und Falke, Hafer und Roggenernte, Hochzeit, draussen sein, Feuer machen, singen und tanzen, lachen und manchmal einfach sein…

 

März, April und Mai 2018

 

 

Im März, als es allmählich wärmer wurde, konnten wir die Schafe auf die frischen Weiden lassen. Die Lämmer haben sich gut entwickelt und waren parat auf die grossen Weide umzusiedeln. 

Wir haben uns entschieden, die Schafe in kleinen Koppeln weiden zu lassen und sie ca. alle 3-5 Tage eine Koppel weiter zu führen. Dies bedingt viel Zaunarbeit, lohnt sich aber bereits jetzt, weil die Schafe das Gras gut abfressen und der Parasitendruck geringer wird. Wir möchten die Schafe so wenig wie möglich medikamentös behandeln. Dennoch ist es jedoch nötig, die Schafe zu entwurmen, unsere «Lena» hatte zu viele Würmer und wir habens im letzten Moment gemerkt und konnten rechtzeitig handeln. Lena hats gerade noch geschafft, einen Tag später hätte die Sache wohl ein schlechtes Ende genommen. Wir lernen täglich so viel!

Tod und Leben liegen so nah, das hat uns dieser Tag so deutlich vor Augen gebracht. Denn als wir an dem Tag als wir Lena behandelt haben erneut auf die Weide giengen, um nach dem Rechten zu schauen, da sahen wir das nächste kleine Wunder, unsere jüngste Schafdame «Robby» hat im Alleingang und völlig unerwartet ein Lamm zur Welt gebracht. Welch Freude!

 

So vergehen die Tage mit umzäunen, Schafe treiben, Klauen schneiden etc. Ich entdecke in mir eine tiefe Leidenschaft für die Schafe und das tägliche Arbeiten mit ihnen. Sehr dankbar bin ich, dass wir als Gemeinschaft miteinander anpacken und uns unterstützen, wenn Hilfe nötig ist. 

 

 

Auch der Garten fordert nun tägliche Besuche und will gepflegt werden. Wir haben beispielsweise eine grosse Fläche umgeackert um Kartoffeln in rauen Mengen anzupflanzen. Wir haben ca. 300 Knollen eingepflanzt und wenn pro Knolle 1kg entspringt, dann hätten wir eine wunderbare Ernte. Schliesslich gilt es 8 hungrige Mäuler zu stopfen 😊

 

Die Gemeinschaft fliesst und wir merken wie wichtig eine gute Kommunikationskultur ist. Zu viele Missverständnisse oder Unklarheiten machten die Runde. Wir lernen täglich so viel voneinander und ich erachte es als ein grosses Geschenk in diesem Lernfeld leben und mitwirken zu dürfen. Zeigen es uns unsere Kinder doch so schön, sind sie wütend aufeinander dann knallts, kurz darauf sind sie wieder im Reinen miteinander und spielen seelig. So einfach ist es….

 

In diesem Sinne, auf die Einfachheit und das Lernen voneinander und miteinander….

Angela

 

Ein Blick zurück - Januar und Februar 2018

 

Im Sturm der Emotionen

Still sitze ich am Feuer, in mir eine tiefe Dankbarkeit. Die ersten beiden Monate in diesem Jahr waren stürmisch - in jeder Hinsicht berührend, aufrüttelnd, auch konfrontierend. 

Der Sturm am Anfang vom Jahr brachte uns ganz nah zusammen, konfrontierte uns mit Angst und Unbehagen, Enge und Loslassen. Das Land, die Bäume, der Stall, das Haus, alles hielt dem Sturm stand. Wie eine Vorahnung, auf das, was uns in unseren kleinen Seelenlandschaften erwarten würde, fegte dieser Sturm übers Land. 

Das Leben forderte uns auf allen Ebenen, die Spannung im Haus war spürbar. Konflikte, Missverständnisse, Unfälle waren da. Stürmisch waren auch unsere Emotionen - neue Arbeitsstellen wurden angetreten, freudig seinem Herzweg näher zu kommen, selber schöpferisch zu werden. Alte Arbeitsstellen wurden kritisch hinterfragt. Ist es das nun?

Dann nach einem langen Januar löste sich an Lichtmess allmählich die Spannung. Knoten lockerten sich, etwas kam ins Fliessen. 

Die Schafe begannen abzulammen, nahmen uns mit auf die mystische Reise ihrer Geburten. So durften wir vier wunderbare, heilige, teils emotionale Geburten miterleben - heissen nun fünf Lämmer auf dieser Erde willkommen, im Wissen, dass sie schon bald weiter ziehen werden. Und mit der letzten Geburt kehrt in unseren Herzen eine Stillen ein, eine tiefe Dankbarkeit breitet sich aus.

In diesen zwei Monaten wurden wir immer wieder beschenkt mit grossem Vertrauen in uns selber und ins Universum. Danke!

 

Mögen wir achtsam mit dem Leben umgehen - unserem Leben und das unserer Mitwelt.

Mögen wir achtsam auf dieser Erde gehen.

 

...und im Herzen eine Ahnung, dass die Reise weiter gehen wird...ahey